Meine erste Impfung gegen SARS-CoV-2

 
Am Montag, 12.04.2021, um 7 Uhr wurde eine Pressemitteilung veröffentlicht, dass die gesamte Priorisierungsgruppe 2 in Hamburg nun zur Impfung aufgerufen sei.
Kurz nach 9 Uhr habe ich das in einem Nebensatz in der Onlineausgabe der Morgenpost gelesen und auf der offiziellen Impfseite von Hamburg (https://www.hamburg.de/corona-impfung/) geprüft.
Ich unternahm direkt darauf einen ersten Versuch mir einen Impftermin zu buchen. Ohne Erfolg.
Ich legte das Smartphone weg.. Um es direkt wenige Minuten danach wieder in die Hand zu nehmen um einen weiteren Versuch zu wagen. Und tatsächlich. Ich wurde verifiziert, erhielt eine Mail und/oder eine SMS mit einem Code zum Bestätigen und erhielt dann einen Termin zur Impfung angeboten.
Klick. Meins.
Damit stand mein Impftermin fest.
Zwei Mails zur Terminbestätigung für die erste und die zweite Impfung trudelten ein.

Die habe ich mir direkt ausgedruckt. Genauso wie ich auch mein fachärztliches Attest zur Einstufung in die Impfgruppe 2 gleich mal kopierte.
Der Impfpass noch dazu und das alles sortierte ich erst einmal in einen Umschlag, damit ich diesen nur noch mitnehmen brauchte.

Gegen 10 Uhr veröffentlichten die Medien die Information zum Impfaufruf der gesamten Gruppe 2 breitflächiger und ausführlicher. Und im Lauf des Tages wurden dann auch die Angaben der Impfseite für Hamburg aufgrund der neuen Information angepasst.

Mein erster Termin war Donnerstag Früh.
Mittwoch Nachmittag und Abend kam ein klein wenig der Gedankenkreisel in Schwung.
Was ist, wenn ich abgelehnt werde, wenn kein Impfstoff da ist, ein Asteroid das Impfzentrum trifft oder uns bis zum nächsten Tag der Himmel auf den Kopf fällt?
Nichts davon geschah und zur Ablenkung kämpfte ich mit der neuen Version der Taxi App um mir ein Gefährt vorzubestellen. Immerhin wusste ich nicht wie es mir am Impftag vor und nach der Impfung geht, daher hielt ich das für eine gute Entscheidung.

Das Taxi schlängelte sich zügig durch den Verkehr und spuckte mich am Eingang des Impfzentrums aus.
Das Ende der Schlange habe ich gefunden und folge dann einfach wahlweise den Menschen vor mir, den Pfeilen auf dem Boden oder den Anweisungen der Helfer.
Eine erste Einlasskontrolle kontrollierte ob ich überhaupt einen Termin habe.
Als zweites wurden die Taschen kontrolliert und es gab auch eine Kontrollstation die Fieber maß.
Danach wurde man in verschiedene Warteschlangen-Wege einsortiert. Allerdings gab es keine Schlange. Ich lief den vorgegebenen Weg ab und wurde direkt an einen Schalter geschickt.

Dort wurde dann final meine Impfberechtigung geprüft, meine Daten aufgenommen und eigentlich sollte in der gleichen Box die Ärztin oder der Arzt das Aufklärungsgespräch durchführen. Das fand allerdings bereits in dem Räumchen statt in dem ich dann auch schon den nicht spürbaren Pieks erhalten hatte, nachdem ich meine Angaben kontrolliert, Angaben zu meinen Medikamenten und Allergien und zum allgemeinen Gesundheitszustand gemacht hatte und nach Erklärung einige Zettel unterschrieb.
Mein Impfpass erhielt einen Eintrag und ein weiterer Aufkleber wurde auf ein Impfdokument speziell für die Impfung gegen Corona geklebt.

Eine Minute später saß ich dann auch schon auf meinem Stuhl im Wartebereich nach der Impfung mit einem Haufen Blätter in der Hand, dessen Reihenfolge ich nicht durcheinander bringen sollte.
Ok.
15 Minuten reichen aus um sich diesen Blätterhaufen mal genauer anzusehen.
Und dann ging es auch schon wieder zur Abmeldung und anschließend auf die "Laufstrecke" zum Ausgang.

Insgesamt habe ich vom Beginn der Warteschlange bis zum Verlassen des Impfzentrums ca. 40-50 Minuten gebraucht.
Nach einem kleinen Spaziergang hat mich mein Taxi dann nach Hause gefahren.
Das war auch gut so, weil ich nach der Impfung und dem kleinen Spaziergang recht schnell sehr müde wurde.

Das und dass sich die Einstichstelle schmerzhaft bemerkbar machte ist das Einzige was bei mir bisher an Impfreaktionen ankam. Und das habe ich auch in die App SafeVac des Paul Ehrlich Instituts aufgenommen.


Die Unterlagen zur zweiten Impfung, also die Terminbestätigung, mein fachärztliches Attest bzw. eine Kopie davon, das Blatt mit der Bestätigung der ersten Impfung und mein Impfpass sind nun wieder in dem großen Umschlag und bereit für den zweiten Termin.

Ich glaube ich habe beim Termin ausmachen Glück gehabt, dass ich diese Information so früh entdeckt habe. Kurz nach 10 Uhr, nachdem die Information in größerer Form durch die Medien in Hamburg ging, mehrten sich bereits die Klagen, dass man keine Termine bekommt.
Und ja, ich bin auch sehr froh, dass meine Psychiaterin bereits Mitte März die Bestätigung für die Eingruppierung in die Priorisierungsgruppe 2 ausgestellt hatte und ich dieses Blatt am Montag einfach nur noch aus der Schublade ziehen musste zum Kopieren.
Bei der Auswahl meines Impftermins überlegte ich nicht lange ob der nun terminlich passt oder nicht. Diese Woche hatte ich ja eh Urlaub. Und zur zweiten Impfung im Mai wird es genauso passen. Zumal man ja wirklich schnell durch das Impfzentrum durch ist. Zumindest ist das nun die Erfahrung, die ich am Donnerstag machen konnte.
Nein, ein Medikament gegen die Impfreaktionen habe ich weder vor noch nach der Impfung genommen.

Geimpft wurde ich mit COMIRNATY von BioNTech.
Ja, ich hätte auch jeden anderen Impfstoff genommen. Und ja, der Impfstoff ist nicht vegan. Wir sind aber aktuell weder in der Lage uns aussuchen zu können mit was wir geimpft werden noch nicht vegane Impfstoffe in einer akuten Pandemie ablehnen zu können, wenn einem die eigene Gesundheit lieb und teuer ist.

Ursprünglich sollten die Impfungen der Vorerkrankten die Hausärzte durchführen. Aber zumindest mein Hausarzt ist noch mit Priorisierungsgruppe 1 beschäftigt und erhält auch leider nicht so viel Impfstoff wie er bräuchte oder verimpfen könnte.
Vielleicht funktioniert das in ein paar Wochen besser. Ich erhalte nun aber meine zweite Impfung im Impfzentrum und das ist auch vollkommen ok so. Es gibt andere Vorerkrankte, die deutlich mehr Probleme damit haben sich im Impfzentrum impfen zu lassen.
 
 
Und zuletzt noch eine Ermunterung an meine Mitmenschen, die genauso wie ich an Depression oder ähnliche psychische Leiden erkrankt sind:
Ja, es gibt auch eine Impfdose für dich. Du musst dich nur um dein Attest und um deinen Impftermin kümmern.
Angst haben ist ok.
Dennoch. Besorg dir einen Termin. Du darfst das. Du bist eine Person mit Vorerkrankung, die in Priorisierungsgruppe 2 fällt. Und es wird wahrscheinlich das einzige mal in unserem Leben sein, dass diese Diagnose der Depression zu irgend etwas gut ist.
Daher, nutze es. Oder versuche es zumindest.

Weitere Links:
Impfverordnung des Bundes (PDF-Dokument, Stand 17.04.2021)
Impftermin Service
Zusammen gegen Corona - umfassende Information zur Impfung
Impfdashboard 
Paul Ehrlich Institut - SafeVac

Kommentare

  1. Am Donnerstag habe ich den Impftermin.
    Der erste Schritt für mein normales Leben und aus Solidarität mit allen Mitmenschen.
    So kann ich dann auch niemanden anstecken, falls der Virus mich finden sollte.
    Danke für deine Geschichte.
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Das freut mich sehr. Ich hoffe du verträgst die Impfung gut.

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